Über Uns

Raquel und Daniel: zwei gestrandete Ingenieure

Hallo, wir sind Raquel und Daniel von SmileAtLife. Kennen gelernt haben wir uns 2006 im sonnigen Valencia in Spanien als wir beide noch Chemieingenieruwesen studierten. Später sind wir in Karlsruhe zusammen in eine kleine Wohnung gezogen und haben unser Studium mit einem Ph.D abgerundet. Irgendwann gegen Ende des Ph.D als sich die Krise in Spanien zuspitzte begannen die Glocken immer lauter zu läuten, dass wir Teil einer großen Maschinerie werden sollten, die uns und unserer Familie nicht gut tun konnte.  Sollten wir wirklich für die namhaften deutschen Chemiekonzernen arbeiten, die unsere Welt mit zweifelhaften Chemikalien und sogenannten “Pflanzenschutzmitteln” überschwemmten? Was ist das für eine Welt, in der Menschen auf die Straße gesetzt werden, wo nebenan die Immobilien unbewohnt dem Zahn der Zeit überlassen werden? Es musste sich etwas ändern. Wir mussten etwas in UNSEREM LEBEN ändern.

Wir entdeckten zunächst eine Bewegung, die sich Gemeinwohl-Ökonomie nennt. Dass eine innovative neue Wirtschaftsordnung eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist, wurde zu einer zentralen Motivation für Veränderungen. Wir schlossen uns der Gemeinwohl-Bewegung an und lernten dort neue Leute kennen, die ähnlich motiviert waren wie wir und schon tauchten wir ein in eine neue Welt.

 

Ein anderes Leben ist möglich

In dieser “neuen” Welt existieren nicht nur die Tagesschau mit täglichen Katastrophenmeldungen. Man findet dort Lösungsansätze für alle möglichen Probleme. Uns wurde bewusst, wie unglaublich kreativ der Mensch ist und dass er ALLE Schwierigkeiten meistern kann. Da wir schon ein bisschen hinter die Kulissen geschaut hatten, konnte uns keiner mehr weis machen, dass “neue Technologien” allein den Klimawandel aufhalten oder den Hunger in der Welt beseitigen könnten. Wenn die zentralen Probleme dieser Welt also nicht auf einen Mangel an Wissen,Technologie oder Kreativität zurückzuführen waren, waren vielleicht unser Wirtschaftssystem und/oder unser soziales Verhalten ein Grund dafür?

 

Volle Kraft voraus!

Raquel machte eine Zusatzausbildung als systemische Coach, Daniel als Mediator. Wir besuchten Gemeinschaften und Ökodörfer. Teilweise fühlten wir uns, wie in einer Parallelwelt, die wir vorher nicht kannten. Wenn uns jemand mit “Harry” und “Hermine” angesprochen hätte, wäre uns das wahrscheinlich nicht einmal aufgefallen.

In dieser turbulenten Zeit kam 2013 unser ältester Sohn Jordi auf die Welt. Jetzt machten wir uns Gedanken über einen gleichwürdigen Umgang mit Kindern, neue Lernmethoden auf Augenhöhe. Wir stellten nach und nach alles mögliche in Frage, das in unserer Welt selbstverständlich scheint. Braucht man Windeln? Sollten sie waschbar oder kompostierbar sein? Sollten Kinder in einen Kindergarten gehen? Oder auf eine Schule?

Wir ernährten uns jeden Tag ökologischer, regionaler und grüner. Nachhaltigkeit wurde immer greifbarer und wandelte Modewort oder Greenwashing-Attribut zu etwas real Erreichbarem. Wir spürten förmlich, wie wir ständig mehr im Einklang lebten mit uns selbst, den Menschen in unserer kleinen Gemeinschaft und der Mitwelt, die uns umgibt.

 

SmileAtLife wird geboren

Schon früh wurde uns klar, dass wir uns auch ökonomisch selbständig machen wollten. Wir fingen an zu fragen, was unser Unternehmen denn verkaufen sollte? Relativ schnell fanden wir heraus, dass wir damit auch die Frage beantworten wollten, wofür wir eigentlich in diese Welt geboren worden waren? Was ist unsere Gabe mit der wir in dieser Welt wirken sollen? Zwischenmenschliche Beziehungen und Konflikte hatten es uns angetan. 2014 gründeten wir SmileAtLife, zunächst ein Dienstleistungsanbieter für Konfliktlösung und Coaching für Teams von technischen Start-Ups. Wir lernten viel dazu, machten wahrscheinlich alle Anfängerfehler, die man machen kann und durchlebten Höhen und Tiefen. Ende 2015 trennten wir uns von unserer Gründungspartnerin Katharina und blieben mit vielen Fragezeichen zu zweit als “SmileAtLife”. Wohin sollte der Weg jetzt gehen?

 

Die Krise – Chance, um über uns hinauszuwachsen

In die Phase der Transformation von SmileAtLife wurde 2016 unser 2. Sohn, Josua geboren. Etwas naiv glaubten wir, dass es mit zwei Kindern ganz ähnlich entspannt zugehen würde, wie mit einem. Der Alltag der Kleinfamilie holte uns sehr schnell auf den Boden der Tatsachen. Da saßen wir nun zu viert in Karlsruhe. Jede Menge tolle Ideen für eine bessere Welt und es schien nicht einmal Zeit zu geben, um uns selbst ohne verarbeitete Nahrungsmittel zu versorgen. Wir ließen trotzdem nicht locker. Ein naturnaher gesunder Lebensstil musste realisierbar sein. Einmal im Monat wurde Sauerkraut angesetzt, immer mehr Keimgläser und Keimschalen dekorierten unsere Küche. Rohes Brot wurde getrocknet, das Hafermüsli durch gekeimten Buchweizen ersetzt. Wenn beide Kinder schliefen, was bestenfalls einmal die Woche vorkam und wir nicht hundemüde waren, widmeten wir uns mit Gesprächen und Intimen Kontakten der Partnerschaft. Wir wussten, dass das unsere Hauptenergiequelle war. Ansonsten teilten wir uns die Zeit so gut es ging, damit jeder langsam aber sicher einen Teil von SmileAtLife weiter stricken konnte. Wir lebten mit dem halben Gehalt eines Ingenieurs, mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern auf 63 Quadratmetern. Wir verabschiedeten uns von immer mehr Gütern, die uns nicht glücklich machten. Genauso warfen wir nach und nach alle Aktivitäten über Board, die uns nicht erfüllten. Wir konfrontierten unsere Ängste und verabschiedeten uns von einer finanziell abgesicherten Zukunft. Es tat unserem Glück keinen Abbruch.

 

Die schicksalhafte Entscheidung

Unser Selbstbewusstsein nahm zu. Ende 2016 trafen wir eine Entscheidung: Wir setzen alles auf eine Karte. Wir wollten keine Kompromisse mehr, nicht einmal eine halbe Stelle als Angestellter sollte uns “absichern”. Wir wollen das tun, wofür wir hier sind. Andere Menschen inspirieren. Inspirieren für ein glückliches Leben im Einklang mit der Natur, gesunde, heilende Ernährung und vor allem für ein inspiriertes Miteinander. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir den aktuellen äußeren Umständen zum Trotz ein naturnahes Leben pflegen können und dabei im Gleichgewicht sein können zwischen uns selbst, unseren Kindern und unserer Beziehung als Paar. Wir selbst haben vor allem in unseren Krisenzeiten immer wieder so viel Energie aus unsere Partnerschaft schöpfen können, dass es uns selbst überwältigt. Wenn du dein Leben verändern willst, dann ist es doppelt so schön und halb so anstrengend, wenn du jemand an deiner Seite hast, der dich begleitet und an dem du dich reiben kannst. Gerade auch durch die Reibungen bekommt dein Leben die Form, die dich zu einem glücklichen und sinnerfüllten Menschen macht.

 

Wie geht es weiter?

Wir wünschen uns mehr Gemeinschaft. In Karlsruhe leben wir weit entfernt von einem größeren und praktisch zugänglichen sozialen Netzwerk. Die nächste Oma wohnt aktuell 150 km entfernt. Freunde sind in der Nähe und trotzdem fern. Barrieren, wie Straßen, Autos, Türen oder unterschiedliche Lebensumstände sind doch größer als sie auf den ersten Blick aussehen. Dazu kommt, dass es in Karlsruhe die Hälfte des Jahres draußen nasskalt ist und es alle größere Überwindung kostet, vor die Tür zu gehen. Freunde und Nachbarn trifft man zwischen Mai und September regelmäßig, den Rest des Jahres eher sporadisch. Wir wollen raus. Im Sommer ziehen wir zuerst in ein kleines Wohnmobil. Das hilft uns, unser Leben radikal auszumisten. Wenn es dann in Deutschland im Herbst zu ungemütlich wird, ziehen wir nach Spanien, um in Raquels Herkunftsdorf Wurzeln zu schlagen. Dort findet auch im Winter das Leben auf der Straße statt. Wir finden Familie dort, viel Sonne und Natur. Wir halten dich über die Umsetzung unserer Pläne in unserem NEWSLETTER auf dem Laufenden. Wenn du unsere Geschichte spannend findest und mehr darüber erfahren möchtest, wie du Energie aus deiner Partnerschaft schöpfen kannst, gleich abonnieren.

 

Unser Leben in Bildern: 

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