Selbstbestimmte Geburt – Was tun, wenn der Partner gegen eine Hausgeburt ist

Ich habe bereits 3 Geburten erlebt. Jede war besonders. Und immer war mein Partner hautnah dabei. Bei jeder Geburt war seine Bedeutung für mich eine andere. Für viele Paare ist die Geburt ein Wendepunkt in ihrer Beziehung. Für einige meiner Kundinnen begann eine große Paarkrise mit der Frage: “Wie soll die Geburt unseres Kindes ablaufen?” In diesem Artikel und in dem Video-Interview dazu, gebe ich hinweise, wie du trotz Differenzen die Energie in der Beziehung erhalten kannst.

Nachdem ich mein erstes Kind im Krankenhaus hatte, war ich zuerst mit großer Dankbarkeit erfüllt. Es waren so viele Komplikationen aufgetreten. Ich dachte: „Wären wir nicht im Krankenhaus gewesen, hätte unser Kind vielleicht nicht überlebt!?“ Mit der Zeit hörte ich mehr und mehr Geburtsgeschichten. Und meine Geschichte schien sich so oft zu wiederholen, dass ich mich zu fragen begann: „Ist das normal? Oder ist das hausgemacht?“

Ich habe bereits 3 Geburten erlebt. Jede war besonders. Bei jeder Geburt war seine Bedeutung für mich eine andere.

Für die zweite Geburt begann ich, nach Alternativen zu suchen. Zuerst wollte ich ins Geburtshaus. Doch mit der Hebamme wurde ich nicht warm. Ich hatte das Buch über Hypnobirthing gelesen und war begeistert. Ich suchte auch nach Hausgeburts-Hebammen, die mich unter der Geburt in dieser Richtung begleiten würden. Schließlich fand ich eine. Nach dieser zweiten Geburt im Wasser in einer Regentonne in unserem Wohnzimmer wusste ich: Es ist so wichtig, mich für die Geburt mit Menschen zu umgeben, die ich kenne, denen ich vertraue oder mit denen ich auf einer Wellenlänge schwinge.

Und was wäre, wenn er mich durch diese Ängste hindurch nicht begleitet hätte?

Einer dieser wichtigen Menschen ist Daniel, mein Partner. Er hat mich in allen 3 Geburten wunderbar begleitet. In der ersten Geburt hat er vor allem die Aufgabe übernommen, mit den Ärzten und Hebammen zu sprechen. Er war sozusagen der Diplomat und Kommunikator, manchmal auch Übersetzer. In der zweiten Geburt war er vor allem wichtig für die Vorbereitung des Raums zu Hause. Das Wasser sollte die richtige Temperatur haben. Die Musik und die Hypnobirthing-Meditationen in der richtigen Lautstärke abspielen.

In der dritten Geburt war er außerdem die Person, mit der ich alle meine Ängste teilte und mit ihm zusammen verarbeitete. Angst davor, dass es schief gehen könnte. Angst davor, dass ich doch ins Krankenhaus muss. Ich wollte in dieser Geburt noch mehr selbst bestimmen. Und das bedeutet mehr Verantwortung übernehmen und mehr Konfrontation mit Ängsten. In dieser Situation wurde Daniel auch mein mentaler Begleiter.

Und was wäre, wenn er mich durch diese Ängste hindurch nicht begleitet hätte? Wenn er sie vielmehr verstärkt hätte und gesagt hätte: “Eine Hausgeburt ist viel zu gefährlich. Das kommt nicht in Frage. Es ist auch mein Kind, das du da im Bauch trägst und ich will dieses Risiko auf keinen Fall eingehen!”??

Egal, wie das aussieht, ob im Krankenhaus, im Geburtshaus, zu Hause oder alleine in der Natur. Es ist klar: Die Frau und das Baby sind die Protagonisten der Geburt. Zuallererst musst du dich wohl fühlen unter der Geburt.

Einige meiner Kundinnen im Coaching haben genau diese Erfahrung gemacht. In dieser Situation ist es aus meiner Sicht am Besten, dich deinem Partner einfühlsam zu nähern, ohne allerdings von deinem Wunsch der selbstbestimmten Geburt abzurücken. Egal, wie das aussieht, ob im Krankenhaus, im Geburtshaus, zu Hause oder alleine in der Natur. Es ist klar: Die Frau und das Baby sind die Protagonisten der Geburt. Zuallererst musst du dich wohl fühlen unter der Geburt. Es hilft nicht, wenn du deine Wünsche dem Partner zuliebe zurück stellst.

Und gleichzeitig ist es wichtig, dass dein Partner bei dem Projekt ‘Geburt’ dabei ist und sich als ein Teil fühlt. Ansonsten kann die Geburt selbst und auch die Paarbeziehung vor und nach der Geburt zur Hölle werden. Deshalb ist es wichtig, die Ängste des Partners anzuschauen, sie ernst zu nehmen und nach einer Möglichkeit zu suchen, wie ihr gemeinsam damit umgehen könnt.

STOP, das ist MEINE GEBURT! Und das meistern mein Kind und ich!

Übrigens: Wenn dich die Ängste und Reaktionen deines Partners besonders belasten und du heftig darauf reagierst, zum Beispiel durch Rückzug oder durch Wutausbrüche, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass Du selbst genau an dieser Stelle auch Angst hast. Dann ist es doppelt wichtig diese Ängste zu konfrontieren. Sucht Euch am Besten eine Person des Vertrauens, die außerdem Ahnung von Geburten hat, also eine Doula, Hebamme, eine Coach, die selbst Kinder hat, und konfrontiert gemeinsam Eure Ängste. Daniel und ich freuen uns, Dich oder Euch in allen Paarthemen und -konflikten zu begleiten.

HIER das Video Interview an Raquel dazu:

Ich hätte mir gewünscht, bevor ich das erstes Mal Mutter wurde, dass ich über einen Blogparade zum Thema Geburt gestolpert wäre. Ich hätte mir gewünscht, die Geburtsberichte von viele Frauen zu hören, damit ich meine selbstbestimmte Geburt meistern könnte. Ja, du findest schon ein paar Hinweise in dieser Richtung. Es gibt schon Krankenhäuser wo du deine Wünsche äußern kannst, wo eine Geburtswanne bereit steht, wo sogar für Homöopathie und Akupunktur geworben sind. Alles super! Und das reicht noch nicht um das Ziel “selbstbestimmte Geburt” zu schaffen. Wo die größte Änderung stattfinden sollte, ist meiner Meinung nach in dem Mindset der Frau. Und in der Konsequenz bei dem Paar, das „Eltern“ wird. Viele von uns müssen eine erste Erfahrung machen, um dann in der zweiten Geburt die Verantwortung zu übernehmen und STOP zu sagen. STOP, das ist MEINE GEBURT! Und das meistern mein Kind und ich!

Frau! Zukünftige Mama,  und Mann, zukünftiger Papa! Sei neugierig! Guck Geburtsberichte an. Bestimme die Geburt deines Kindes. Es ist einer der schönste Erlebnisse in Deinem Leben. Ich lade dir hier ein zur Blogparade “ die selbstbestimmte Geburt” von Erwachende Eltern.

Danke Stephanie dass du den Raum  geschaffen hast. Danke dass wir mitmachen dürfen!

Un abrazo!

Raquel

# Dieser Blogartikel nimmt an der Blogparade “die selbstbestimmte Geburt” teil:

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