Mein Schmerz als Frau und wie ich ihn heilen kann - Smile At Life

Mein Schmerz als Frau und wie ich ihn heilen kann

Gestern Morgen ist Fiona gegen 5 Uhr wach geworden.

Ich habe sie gestillt aber sie wollten nicht weiter schlafen.

Daniel nimmt die Fiona und versucht sie in den Schlaf zu singen aber sie beruhigt sich nicht.

Er bringt mir Fiona zurück und geht nach oben um Yoga zu machen.

Sowieso war fast die Zeit wenn er immer aufsteht.

Ich wusste ich sollte jetzt aufstehen weil Fiona so nicht wieder einschlafen wird.

Ich war so müde.

 

Aber ja, jetzt ist SEINE Zeit und ich bin dran mit Fiona.

Und das ist sehr klar zwischen uns abgesprochen 

wann jeder zuständig für die Kinder ist.

Und wann jeder frei hat.

Trotzdem überwältigt mich eine große Wut.

Gegen meine Tochter, die nicht schlafen will.

Gegen meinem Partner, der sich nicht kümmert.

 

Und ich? Ich stehe so oft jede Nacht auf, um meine Tochter zu stillen.

Und ich? Ich unterbreche mein Yoga, meine Arbeit, egal was ich mache,

…wenn ein Kind mich braucht.

 

Und er? Er nimmt sich jetzt so einfach SEINE Zeit.

Und auf einmal kommen so viele Bilder von Sachen, die ich für die Familie geopfert habe.

Und ich rutsche tiefer und tiefer und tiefer in meinen Schmerz.

 

Und als Daniel zurück kommt, kann er schon die Energie im Raum spüren.

Wir wechseln ein paar Worte.

Er findet keinen Sinn in der Diskussion.

“Ich nehme die Fiona. Bleib du bei dir!” sagt er.

Die Wut wird noch größer.

Ich spüre auch, dass ich bei mir bleiben sollte um zu spüren.

Ich kann es nicht ertragen.

Und der Fakt, dass er es gesehen hat und genannt hat, 

…. hat meine Wut erst richtig aufgedeckt und ich kann das alles nicht mehr ertragen.

“Nein! Wir lösen das jetzt!” sage ich

Er nimmt die Challenge an.

Er weiss, dass seine Tendenz ist, wegzulaufen bis der Sturm sich gelegt hat.

Dann hoffen, dass alles in Ordung ist.

Aber dieses sich verstecken vor dem Sturm stört ihn genauso wie mich.

Beide von uns wissen, wenn wir die Situation jetzt konfrontieren gibt es am Ende ein Geschenk.

Obwohl es sich gerade im Moment so verdammt schwer anfühlt.

Wenn nicht, sind wir wieder da, wo wir vor 13 Jahren mit unseren Diskussionen im Kreis gelaufen sind.

 

Ich lasse die Fiona bei Seite die uns mit Neugier beobachtet.

Die zwei Jungs schlafen tief und lassen sich von uns nicht stören.

Ich will mit Daniel kämpfen. 

Meine Wut. Mein Schmerz. Mein Opfergefühl los werden und nichts spüren.

Ich kämpfe mit ihm. Er hält mich fest.

Tränen laufen über mein Gesicht.

Ich spüre diesen Schmerz in mir.

Er hält mich mit Kraft von hinten.

Ich will nicht sprechen.

“Wo liegt der Schmerz?” fragt Daniel

Ich brauche ein Paar Minuten um runter zu fahren und auf seine Frage einzugehen.

Es ist nicht mehr ein Kampf wer Recht hat.

Es ist jetzt ein Aufeinanderzugehen.

 

Beide wissen wir, dass die Energie so abgefahren stark ist.

“Der Schmerz kommt von dem Herz” antworte ich

“Wie fühlt er sich an?” frag er wieder

Ich spüre mein Herz wie versteinert.

In diesem Moment verbinde ich mich nicht nur mit meinem Schmerz,

Sondern auch mit dem Schmerz meiner Mutter, meiner Omas, meiner Uromas, 

Meiner Freundinnen, 

und mit dem Schmerz aller Frauen.

Ich kann ihn so strak fühlen, dass ich meinen Partner in diesem Moment vor lauter Ekel und Hass verlassen würde.

 

“Ich kann es dir nicht sagen, denn du wirst nie fühlen wie es sich anfühlt.” sage ich.

“Ihr Männer könnt diesen tiefen Schmerz der Frauen nicht verstehen, 

denn ihr habt es nie erlebt. Es ist so verdammt ungerecht.

Und vielleicht, ja, wirst du jetzt gerade mitfühlen,

Aber morgen wirst du ihn vergessen haben, und in mir ist er noch da,

So stark wie jetzt.

Eine Situation, wo meine Natur als Frau wieder verletzt sein wird.

Immer diese Angst, morgen wieder verletzt zu sein”

 

“Nimm diesen Schmerz mit deiner Hand und hole ihn raus!” sagt Daniel

“Ich kann das nicht. 

Der Schmerz ist voll Blut”, ich weine sehr bitterlich

 

“Was wünscht sich der Schmerz? Frag ihn!!” sagt Daniel

 

“Er will gesehen werden, von Euch Männern! Er will gespürt werden, von euch Männern! Er will zu Euch!”

 

“Kannst Du mir den Schmerz geben?”, fragt er.

 

“Ich will nicht. Du kannst ihn nicht ehren!!!! 

Ich will ihn dir nicht geben!!” Schreie ich

 

“Wie wird dieser Schmerz heilen?” fragt er ruhig weiter

 

Ich beruhige mich auf einmal soooooo sehr. 

Ich kann wieder atmen

 

“Mit Liebe. Und du hast diese Liebe nicht!” Sage ich

 

“Und wer  hat die Liebe um diesen Schmerz zu heilen?” fragt er wieder

 

“ICH”

 

 

 

PS: Die beiden Fotos in diesem Beitrag wurden in einer ähnlichen Situation aufgenommen, die die hier beschrieben ist. Zwischen beiden Fotos liegen eine intensive Auseinandersetzung mit den Gefühlen, die da waren und maximal 20 Minuten.

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