Impfen oder nicht? Ein Glaubenskrieg

Das Thema Impfen ist für mich aufgeladen mit Emotionen und Hochspannung. Auch für Kinderärzte scheint das ein brisantes Thema zu sein, welches sie persönlich berührt. Wenn es angesprochen wird, nehmen sie sich auch mal 30, 40 Minuten Zeit. Dabei scheinen Ärzte im heutigen Gesundheitssystem mit Zeit chronisch unterversorgt zu sein. Viele Eltern, die letztliche die Verantwortung für die Entscheidung tragen, bleiben verunsichert. Wie sollen sie sich entscheiden? Impfen oder nicht? Existiert der Weisheit letzter Schluss?

 

 

Ich sitze in der Praxis des Kinderarztes und höre mir die bekannte Predigt über die Gefährlichkeit von Kinder- und Infektionskrankheiten an. Dabei merke ich, wie ich nervös werde: Meine Bauchgegend krampft sich zusammen, ich beginne, zu zittern. Ständig kommen mir Einwände in den Kopf, welche die “Notwendigkeit” von Impfungen in Frage stellen. Ich versuche, sie für mich zu behalten. Ich weiß, dass ich das Thema jetzt und in dieser Praxis nicht ausdiskutieren möchte. Schon einmal haben wir den Kinderarzt gewechselt, weil nach einer Impfdiskussion das Vertrauen zu ihm in Trümmern lag. Also jetzt bloß nichts sagen. Einfach die Predigt über mich ergehen lassen, lächeln und raus hier. Und dann auf einmal höre ich mich sagen: “Sehen sie, ich habe dennoch Bedenken bei dem Aluminium, das ja nachgewiesenermaßen ein Nervengift ist!” NEIN. Ich kenn doch die jetzt folgenden Argumente längst: Man nehme ja Aluminium sowie über Deo und Nahrung, sogar Biolebensmittel und Muttermilch auf. Vermeintlich in höheren Dosen als bei der Impfung verabreicht werden.

 

 

Schon bin ich mitten in einer leidenschaftlichen Diskussion, die ich doch vermeiden wollte. Und das Thema wird mich den ganzen Tag aufregen. Mit Bauchkrämpfen und das Zittern. Vielleicht werde ich mir nochmal das Buch über die Pros und Contras zum Impfen aus dem Regal holen oder sogar ein Video von Impfkritikern bei You tube reinziehen. Das wird mich noch mehr aufregen, Treibstoff sein für unangenehme Gefühle und mein Nervenkostüm nachhaltig schädigen. Der Arzt hat mich getriggert und ich bin nicht mehr Herr meiner selbst. Daniel, dabei weißt du doch so genau, wie man das vermeidet! Erst neulich hast Du einen Artikel darüber geschrieben 😉

 

Da sitze ich nun also in der Praxis. Der Arzt und ich werfen uns gegenseitig die besten Argumente an den Kopf, um den anderen davon zu überzeugen. Geht es um das Kind? Oder darum, wer Recht hat? Oder um Anerkennung? Beide Seiten, Impfbefürworter und Impfgegner, benutzen in diesem Kampf die Angst als Waffe. Angst vor Infektionskrankheiten wird mit Angst vor Impfschäden begegnet.

 

 

Mir ist klar, dass ich einem überzeugten Impfbefürworter auf wissenschaftlicher Ebene niemals klar machen kann, warum ich meine Zweifel am Impfen habe. Genauso wenig wird mich niemand mit Studien davon überzeugen, dass es sinnvoll ist, mein Kind “durchimpfen” zu lassen. Könnten wir das nicht einfach so hinnehmen und uns gegenseitig in Ruhe lassen?

Ich glaube, der Schlagabtausch den Hardlinern, die eine Impfpflicht einführen wollen, und den Impfgegnern, die das Impfen abschaffen wollen, ist ein Glaubenskrieg.

Ich hoffe, er fordert nicht so viele Opfer, wie die Kreuzzüge.

 

 

Dabei könnte doch eine feste Überzeugung, ein fester Glaube, beiden Seiten helfen, mit dem Thema entspannt umzugehen. Der Glaube könnte Resilienz schaffen und einen entspannten Umgang mit der Angst ermöglichen. Was mich letztlich in der Entscheidung leitet, mein Kind nicht impfen zu lassen, ist mein Glaube. Ich glaube an die Heilkraft der Natur und an einen Gott, der mich auf dieser Welt von Anfang an mit allem ausgestattet hat, um meine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Eines davon ist meine Gesundheit. Analog gilt das für die Gesundheit meines Kindes. Das heißt nicht, dass ich nicht mehr an die Existenz von Krankheiten glaube. Oder keine Angst mehr vor Krankheiten und deren Folgen habe. Der Glaube an die Natur weitet lediglich meinen Blick. Ich kann die Krankheit als Symptom für ein Ungleichgewicht wahrnehmen, so wie beispielsweise in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Dann kann ich nach dem Hebel suchen, der das Gleichgewicht wieder herstellt. Und ich kann die Ambivalenz einer Krankheit annehmen. Ich sehe z.B. die Kinderkrankheit als Gefahr und als ein wertvolles Training für das kindliche Immunsystem. Das öffnet mein Bewusstsein für Mittel und Medizin der Natur, welche mir bei dem Training helfen. In der Natur finde ich alle Wunder, die stärksten Gifte und die wirkungsvollsten Medikamente. Einige Wunder der Natur haben mich bereits überzeugt: Muttermilch, Medikamente aus Mutterkuchen, Heilkräuter, gesundes ökologisch angebautes Essen. Und wenn ich glaube mache ich sie noch wirksamer.

 

Wenn ich an meinem Glauben festhalte brauche ich auch nicht mit dem Kinderarzt diskutieren. Ich treffe meine Entscheidung mit einer inneren Sicherheit und kann ihm ebenfalls seine überzeugte Haltung “Pro Impfen” lassen. Wenn er sich ebenfalls auf seinen Glauben besinnt, auf eine höhere Intelligenz, jenseits der “allgemeingültigen Wahrheit” (Wer hat Recht?) wird er sich ebenso entspannt meiner Entscheidung und meinen Argumenten gegenüber verhalten.

 

 

Wenn ich also beim Kinderarzt sitze und ihm das Angstargument mit dem Aluminium an den Kopf werfe, warum tue ich das? Aus Unsicherheit. Und so halte ich den Glaubenskrieg am Leben. Wann fängt der Glaubensfriede an? Wenn viele an ihrem eigenen Glauben festhalten anstatt zu versuchen andere von ihrem Glauben zu überzeugen.

 

Ich übe mich weiterhin in Entspannung, Meditation und trage hoffentlich beim nächsten Kinderarzt-Besuch zum Welt-Glaubensfrieden bei. Euer

 

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