5 Wege von der Krise zum Wachstum

Nachdem ich bei einem roh-veganen Ernährungsexperiment 10 kg verloren hatte, aussah, wie ein Sack voller Knochen, fühlte ich mich schon nicht besonders wohl in meiner Haut. Nach der Umstellung zurück auf vegane Mischkost, kam noch eine akute Krankheit dazu. Durchfall, Schüttelfrost und das Schlimmste: Blasen im Mund, so dass ich ohne Schmerzen nichts mehr kauen konnte. Alles schmeckte auf einmal scharf, meine Nerven im Mund lagen blank. Ich nahm noch einmal 5 Kilo ab. Ich fühlte mich elend und sah noch schlimmer aus. Innerlich entwickelte ich allerdings eine Löwenstärke. Ich wollte nicht zum Kassenarzt und schon gar nicht wieder ins Krankenhaus. Also stand ich diese Krise allein durch, begleitet von Raquel und meinem Gesundheitscoach.

 

 

Wahrscheinlich kennst Du das, wenn Du einmal gesundheitlich so richtig am Limit warst und alle wissen oder sehen offensichtlich, dass das so ist: Du bekommst Ratschläge und Anfragen sogar von entfernten Bekannten und Arbeitskollegen.

Ich bekam jeden Tag gefühlt 100 Ernährungstipps, und viele viele mitleidige und besorgte Blicke. Letztere sind größtenteils wahrscheinlich nur in meinem Kopf entstanden. Eines morgens sah ich einen kleinen Jungen im Kindergarten, dem offensichtlich etwas an mir aufgefallen war und seiner Mutter etwas zuflüsterte. Ich dachte: “Ja, sogar die Kinder sehen, dass ich stark abgenommen habe!” Am Ende stellte sich heraus, dass dem Jungen meine neuen Barfußschuhe aufgefallen waren, die so aussehen, wie Socken. Kinder sind einfach so angenehm, weil sie nicht bewerten.

 

 

Da war mir klar: nicht die anderen mit ihren Kommentaren sind schuld. Der Terror in meiner Krise beginnt in meinem Kopf. Gut so! Dann habe ich auch die Macht, ihn selbst abzustellen.

Welche Dynamik haben Veränderungen?

Krisen werden immer durch Veränderungen ausgelöst. Veränderungen kann man bewusst durch Experimente anstoßen oder sie passieren einem. Beides hat seinen Charme und seine Gefahren. Was letztlich durch die Veränderung passiert, lässt sich schwer steuern. Sie können jeden erwischen! “Man hat’s nicht leicht, aber leicht hat’s einen!” Dieser Spruch, den ich nie gemocht habe, geht mir in meiner Krise immer wieder durch den Kopf. Man könnte sagen, dass meine Krise durch das Ernährungsexperiment hausgemacht und deshalb unnötig war. Als erste Bilanz kann ich sagen, dass ich mit dem Experiment viele wertvolle Einsichten über mich selbst und viele neue Fragen an mich selbst gewonnen habe. Vielleicht ist eine hausgemachte Krise sogar leichter zu handhaben, weil man sich ja vorher über mögliche Folgen bereits informiert hat? Jedenfalls ist mir in dieser Krise wie in keiner anderen bewusst geworden, wie ich Krisen besser meistern kann und größer daran wachsen kann.

 

Tipps für Veränderungsprozesse

Veränderungen und Krisen sind unausweichlich. Wie geht man damit um, wenn man drin steckt?

1. Don’t Panik!

Du kannst über fast alles mindestens eine Nacht schlafen. Vor allem, wenn Du dich echt mies und krank fühlst, ist das nicht einfach. Nimm Dir Zeit, atme tief durch und versuche, deinen ersten Impuls zu unterdrücken, sofort den Doc anzurufen oder in die Notaufnahme zu rennen. Ich hatte nach einem Sturz durch Blackout während meines Experiments eine Platzwunde über dem Auge, die im ersten Moment stark blutete und wirklich schlimm aussah. Mein 4-jähriger Sohn war zuerst in Panik, dann Raquel, dann ich und schließlich auch der Arzt im Krankenhaus. Das Resultat: Ich war 2 Tage im Krankenhaus, bekam Antibiotika und sollte operiert werden. Die Wunde hatte sich am nächsten Tag allerdings schon wieder geschlossen. Also doch keine OP und die Antibiotika waren unnötig. Mein Vorsatz fürs nächste mal: Keine Panik und erst einmal eine Nacht drüber schlafen.

2. Kümmer dich zuerst um dich selbst!

Kümmer dich im Tal der Krise vor allem um die Faktoren für deine Lebensenergie. Es hilft weder dir noch irgendjemand anderem, wenn du im Tal der Tränen zu viel von dir selbst verlangst. Mir fällt es echt schwer, meine Familie auch mal ohne Vater sein zu lassen und mir Zeit zum meditieren oder schlafen zu nehmen. Und ich merke, dass das sehr wichtig ist.

3. Sei stark in dir selbst!

Es hilft dir kaum, wenn du versuchst, dich an anderen festzuhalten. Woher weißt du, dass die Person nicht selbst schwach wird oder einfach beschließt, wegzugehen? Gerade wenn diese Person die Partnerin oder der Partner ist, wird das dann doppelt schmerzhaft. Ich habe mich in meiner Krise körperlich stark verändert. Auch die Energie für meine Partnerschaft und meine sexuelle Energie waren reduziert. Das hatte einen großen Einfluss auf die Beziehung zu Raquel. Ich hätte es verstehen können, wenn sie zumindest für eine gewisse Zeit Abstand zu mir gesucht hätte. Ich war mir bewusst, dass es in dem Fall noch schwerer geworden wäre, meine Selbstliebe wiederzufinden.

4. Finde und vertraue auf dich, deine Fähigkeiten und deine Stärken!

Du bist ein Siegertyp und bist die/der einzige, die dich von der Krise ins Wachstum bringen kann! Meine Ressourcen, deren ich mir in dieser Krise sehr bewusst geworden bin: Singen! Das ist mein absoluter Favorit um mir zu helfen, alle anderen Tipps umzusetzen. In meiner letzten Krise habe ich 3 Songs immer wieder gesungen und gespielt, die mich durch das Tal der Tränen geführt haben. Ich habe sie gesungen, obwohl ich so viele Blasen im Mund hatte, dass ich weder kauen konnte, noch Lust hatte, mit irgendjemand zu sprechen. 2 davon gibt es schon auf Youtube: (DIE ENERGIE DES UNIVERSUMS und HEUTE GEHT’S MIR GUT)

 

5. Such dir einen professionellen Coach!

Im Nachhinein bin ich mir bewusst, dass ich die Kraft der Veränderung durch mein Ernährungsexperiment unterschätzt habe. Mittendrin habe ich mir einen Arzt als Berater gesucht, der mir vor allem mit seiner entspannten Haltung und vielen guten Hinweisen geholfen hat, die Krise durchzustehen. Am besten hätte ich ihn von Anfang an dabei gehabt.

 

Mit diesen 5 Tipps sehe ich der nächsten Krise gelassen ins Auge. Leicht hat’s einen und dennoch kann man es sich leicht machen. Zum Beispiel mit diesen 5 Geschenken von

 

 

  2 Replies to “5 Wege von der Krise zum Wachstum”

  1. 13. Juni 2017 at 21:33

    Schöner Text. Manche Sachen, die mir sehr bekannt vorkommen. Andere die mir helfen, die kommende Zeit zu überstehen… Danke!

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